Über Flötenuhren

Es sind kostbare mechanische Uhren mit einer kleinen Orgel kombiniert. Zu vorgegebener Zeit erklingt feinste Musik von einer Stiftwalze gesteuert. Inniger kann Handwerk mit Musik und damit Technik mit Kunst nicht verbunden werden!
Blütezeit des Flötenuhrbaus war das ausgehende 18. Jahrhundert. Gebaut wurden Flötenuhren für wohlhabende, kulturell gehobene Kreise, also gebildete Personen mit entsprechendem Kunst- und Musikverständnis. Feinste Stücke entstanden in Wien und Berlin, einfache Flötenuhren wurden bis circa 1850 in großen Stückzahlen im Schwarzwald hergestellt. Sie spielten zur Unterhaltung auch in Gaststätten.
Der wertvollste Teil einer Flötenuhr ist die Musikwalze. Sie speichert und konserviert die Musik so, wie sie der Erbauer zu seiner Lebzeit gehört beziehungsweise interpretiert hat.
Berühmteste Beispiele sind wohl die vier Flötenuhren des Bibliothekars und Uhrmachers Primitives Niemecz, die nach dem Jahr 1782 entstanden sind.
Niemecz war mit dem Komponisten Joseph Haydn befreundet und gab ihm den Auftrag, für seine Flötenuhren Stücke zu komponieren. Man hört also Haydn, wie er sich selbst verstanden hat.
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